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Metall tarifvertrag thüringen

Diese Verhandlungen haben die seit Jahren geltende Komplexität der Tarifverträge auf senklastende Weise in die Höhe getrieben. Das Ergebnis ist, dass die Arbeitnehmer, die Gewerkschaftsmitglieder, nicht mehr wissen können, welche Punkte sie direkt betreffen und auf welche Aspekte des Abkommens sie sich verlassen können. Selbst Gewerkschaftsdelegierte in vielen kleinen und mittleren Unternehmen sind schnell überfordert. Und in den vielen Fabriken, in denen es überhaupt keine Delegierten gibt, ist es noch schlimmer. Dort, auch wenn das Unternehmen die Konvention anerkennt und daran gebunden ist, kann der Chef dieses Imbroglio nutzen, um so ziemlich das zu tun, was er will. Und um das ganze Bild zu vermitteln, werden die Unternehmen in Zukunft in Absprache mit dem Betriebsrat die Möglichkeit haben, Zeitsparkonten für bis zu 50 Stunden zurückzuziehen und zu bezahlen (was einer Verlängerung der Arbeitszeit um mehr als eine Stunde pro Woche entspricht). Ein zusätzliches Instrument zur Legalisierung der Nichteinhaltung der 35-Stunden-Woche. Die kürzlich geschlossene Vereinbarung ermöglicht die uneingeschränkte Entsendung von Leiharbeitnehmern in jedem Unternehmen für 18 Monate. Nach Ablauf dieser Frist muss das Unternehmen prüfen, ob der betreffende Leiharbeitnehmer einen direkten unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten kann.

Am 19. Mai 2012 haben der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Südwestmetall und die IG Metall in ihren jüngsten Verhandlungen einen Kompromiss erzielt. Die getroffene Vereinbarung dient auch als Pilotprojekt für andere Gebiete des Landes, wobei Bayern, Nordrhein-Westfalen und andere Regionen ihre Bedingungen übernehmen. In den fünf Verhandlungsrunden organisierte die IG Metall Warnstreiks mit rund 800.000 Beschäftigten. Insgesamt betreffen die neuen Vereinbarungen rund 3,3 Millionen Beschäftigte in der Branche. Im Mai 2012 unterzeichneten die Sozialpartner der deutschen Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten in der Industrie erhalten Lohnerhöhungen, und die Vereinbarung sieht auch neue Regelungen für Leiharbeitnehmer und Auszubildende in metallverarbeitenden Betrieben vor. Sie hat eine Laufzeit von 13 Monaten und dient als Pilotvereinbarung für andere Regionen. Ende desselben Monats wurde außerdem eine gesonderte Vereinbarung über Leiharbeitnehmer in der Branche geschlossen. Wollen die deutschen Arbeitgeber im Metall- und Elektrosektor (M+E) nach wie vor Kerninstitutionen einer koordinierten Marktwirtschaft unterstützen und sind dazu in der Lage? Basierend auf Denkmitteln, die in einer Reihe von Experteninterviews gesammelt wurden, die 2017 und 2018 mit Arbeitgeberverbänden durchgeführt wurden, argumentieren wir, dass Sozialpartnerschaft, Tarifverhandlungen und strategische Koordinierung über Organisationen immer noch Teil des bevorzugten Modus operandi dieser Arbeitgeber sind. Darüber hinaus argumentieren wir, dass neue Formen der Vereinszugehörigkeit, die unternehmensbasierte, aber oft kollektive Lösungen ermöglichen, die die Organisationsfähigkeit der Arbeitgeberverbände eher stabilisiert als untergraben haben.

Als solche liefern wir unterstützende Beweise für mehrere Kernprämissen, die mit dem Ansatz der Varieties of Capitalism verbunden sind. Wir identifizieren aber auch Trends zu mehr Flexibilisierung, Dezentralisierung und systemischer Volatilität in diesem System, da viele kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere in Ostdeutschland, ohne Verbandsmitgliedschaft bleiben.